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Märkte

Marktwirtschaft, Märkte und soziale Marktwirtschaft sind Begriffe, die von dem Wesen des Kapitalismus verklärend ablenken.

Wenn wir Märkte hören, denken wir an die uns bekannten Bauernmärkte oder Flohmärkte. Dort kommen meist Produzenten von alltäglichen Gütern wie Obst und Gemüse und bieten Ihre Waren an. Doch solche Märkte haben mit dem modernen Kapitalismus nichts zu tun, denn diese Wirtschaftsform ist die vorkapitalistische, die schon einige Jahrhunderte vorher für die Warendistribution zuständig waren. Sie haben mit kapitalistischen Märkten so viel zu tun wie Sojawürstchen mit Schlachthöfen.

Sie dienten den Theoretikern des Kapitalismus als Metaphern, die allerdings ihren konstituierenden Merkmalen beraubt wurden. So wurden und werden Bauernmärkte streng reguliert und begrenzt. Dadurch wird ein Verdrängungswettbewerb ausgeschlossen. Langfristig entscheiden so nicht die Nachfrage und das Angebot, sondern das regulierte Angebot über das durchschnittliche Preisniveau. Von einem freien Marktzugang kann da auch nicht gesprochen werden, da nur eine bestimmte Zahl von Ständen zugelassen werden und meist erst wenn ein Anbieter ausscheidet, ein anderer nachrücken kann.

Betrachten wir nun die idealtypischen kapitalistischen Märkte und setzen diese einem Realitätstest aus, stellen wir fest, dass diese Idealtypen nicht vorkommmen. Alleine der Kapitalbedarf für die Gründung eines industriellen Unternehmens beschränkt den Zugang, allerdings nicht wie die nichtkapitalistischen Märkte durch demokratische Gremien wie Gemeinde- oder Stadtrat, sondern durch eine demokratisch nicht legitimierte kleine Minderheit von Kapitalisten.

Die Produzenten, die den Marktkräften schonungslos ausgeliefert sind, dem die weitaus größte Mehrheit der Unternehmen angehört – Handwerk und die KMUen – haben an der Wirtschafsleistung der Volkswirtschaft nur einen bescheidenen Anteil und damit auch nur eine geringe Marktmacht.

Auch bei kaptialistischen Märkten ist die Annahme, Angebot und Nachfrage bestimmten die Preise, nicht realistisch. Wenn die Nachfrage zu gering ist, wird von Seiten der marktmächtigen Produzenten mit verschiedenen Maßnahmen reagiert:

  • Reduktion des Angebots
    - durch Fusion oder Übernahme von Konkurrenzunternehmen
    - Stillegenvon Produktionskapazitäten
    - Vernichtung des vermeintlichen Überangebots
  • absichtliche Qualitätssenkung, so dass die Produkte weitaus schneller ersetzt werden müssen, als dies vom Stand der Technik notwendig wäre (Beispiel Glühbirne,  Drucker)
  • Einflussnahme auf die Gesetzgebung, z.B. wie bei der Einführung der Feinstaubplaketten.
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